Kraton von Surakarta und Yogyakarta

File 176Im Herzen von Yogyakarta befindet sich das „Weltzentrum“ der Einwohner Javas früherer Generationen – der Kraton Ngayogyakarta Hadiningrat. Das Wort Kraton bezeichnet seit Jahrhunderten die Königs- oder Sultanspaläste der Insel Java. Sie bieten den Regenten nicht nur Raum über ihr Reich zu herrschen, sondern dienen gleichzeitig als deren Wohnstädte. Mit ihnen leben in einem solchen Kraton viele Bedienstete, die es als große Ehre verstehen, ihrem Herrscher folgsam zu dienen.

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In der Architektur dieser prunkvollen Bauwerke orientierte man sich vornehmlich an mystischen Vorstellungen vom Kosmos und am damaligen Bild von Frauen, Männern und ihrer Verbindung zueinander. Speziell im Kraton von Yogyakarta sind einige ursprünglichen Darstellungen sowie Artefakte nur noch zu rekonstruieren, da sowohl Machtwechsel, als auch Naturgewalten wie Erdbeben für Deformierungen und sogar Zerstörungen einzelner Trakte sorgten. Der Kraton Ngayogyakarta Hadiningrat von Yogyakarta ist noch recht jung und wurde erst Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut, bevor es zur erzwungenen Teilung der Region in Yogyakarta und Surakarta kam.
Besucher können sich nicht nur im Palast selbst umsehen, sondern erhalten vor Ort im Museum des Kratons ergänzende Einblicke in das Leben des Sultans. Zahlreiche Fragen über die Architektur, die Herrscherverhältnisse und die Bedeutung der 9 großen Tore, bzw. der magischen Zahl 9 allgemein, finden hier Raum zur Beantwortung. Eine zweite sehenswerte palastähnliche Anlage in Yogyakarta ist Puro Pakualaman.

Der Kraton Surakarta Hadiningrat in Surakarta Zentraljavas wurde ebenfalls im 18. Jahrhundert erbaut. Hier werden u.a. Kutschen und Alltagsgegenstände früherer Herrscherfamilien ausgestellt. Darüber hinaus können einige der Wohnanlagen besucht werden. In der heutigen Zeit sind diese Regierungszentren unlängst zu Schauplätzen der traditionellen Feste und kulturellen Veranstaltungen, wie den Gamelan Aufführungen, erweitert worden.