Ijen Plateau

File 215Etwa 40 km nordwestlich von Banyuwangi erstreckt sich das Ijen Plateu über weite Teile Ostjavas. Im Zentrum des Vulkankomplexes liegt der türkisfarbene Kratersee Kawah Ijen, der mit einem pH-Wert von unter 0,3 zu den sauersten vulkanischen Gewässern der Welt gezählt wird. Insgesamt misst er eine Oberfläche von rund 410 km² und eine Tiefe von stellenweise geschätzten 200 m. Kaliumaluminiumsulfat und Schwefel verleihen dem Kawah Ijen seine blaue, bisweilen milchige Farbe. Sie lassen fortwährend dicke Rauchschwaden gen Himmel aufsteigen, der auch durch Bodenöffnungen entweicht und das Areal am Kraterrand in ein Feld aus Solfataren verwandelt. Installierte Schleusen sorgen dafür, dass schwefelhaltige Flüssigkeiten nicht die landwirtschaftlichen Nutzflächen in den Tälern vergiftet.

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Das tägliche Bild dieser Gegend ist von mühsam arbeitenden Javanern geprägt, die als Kaffeepflücker an den unteren, grünen Hängen arbeiten. Weiter oben in unmittelbarer Nähe zum Kawah Ijen fördern Männer aus der Region den angelagerten Schwefel zu Tage. Eine nicht ungefährliche Arbeit, da der Schwefeldampf die Atemwege und Augen reizt. Wenn Sie sich für eine Besteigung entscheiden, sollten Sie daher sicher gehen, dass es sich bei der geführten Tour um einen verantwortungsvollen Gruppenanführer handelt, der Ihnen die nötigen Anweisungen für den Gebrauch einer Schutzmaske erklärt.

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Das Ijen Hochland besteht seit über 100 000 Jahren. Von seiner ursprünglichen Landschaft und den einstigen Zwillingsvulkanen ist heute nicht mehr viel zu erkennen. Erdbeben, Einstürze und eine erhöhte Aktivität der Feuerberge haben das Bild über die Jahrhunderte hinweg verändert. Die Asche und Lava der speienden Vulkane bedeckten neues Land und in einstigen Lavarinnen fließt für einige Jahre das saure, schwefelhaltige Wasser, bevor auch diese Flussarme wieder vom Schutt erneuter Ausbrücher bedeckt werden.

Heute stechen besonders die beiden Vulkane Gunung Merapi und der Zwilling Ijen Merapi hervor. Die Oberflächenbeschaffenheit der Kraterwände und Böden ist recht abwechslungsreich. Flächen voller fester Gesteinsschichten wechseln sich mit weniger festen ab, was einzelnen Eruptionen und den hinab laufenden Lava- und Schlammströmen zu verdanken ist, die diverse Gesteine transportieren und so ihre Spuren hinterlassen. Der höchste Vulkan des Ijen Plateaus ist dennoch der Gunung Raung mit einer Höhe von mehr als 3 300 m. Er ist darüber hinaus auch einer der aktivsten Vulkane der Insel Java.