Land & Leute

Geografie 
 Lage

Die Insel Java gehört dem indonesischen Staat an und liegt unterhalb des Äquators in der südostasiatischen Region, inmitten der feuchten Tropen. Die genauen geografischen Koordinaten lauten: 6°-9° südlicher Breite und 105°-115° östlicher Länge. Java ist die Hauptinsel der vier großen Sundinseln und bildet die natürliche Grenze zwischen dem Indischen Ozean und der Javasee. Mit einer Gesamtfläche von rund 130 000 km², einer Länge von ca. 1 100 km und einer Breite von 200 km liegt sie im Tropengürtle zwischen den Nachbarinseln Sumatra am Sundagraben und Bali, eine der Kleinen Sundinseln. Darüber hinaus grenzt Java an den Pazifischen Feuerring, eine Art natürlicher Gürtel aus Vulkanen, der sich um den Indischen Ozean legt.

 Klima

Aufgrund seiner geografischen Lage bestimmt auf Java der Monsun die Regenzeit in den Monaten Oktober-März. In dieser Zeit ist mit bis zu 19 Tagen Niederschlag pro Monat und einer Tagestemperatur von durchschnittlich 30°C zu rechnen. In der Trockenzeit hingegen erreichen die Temperaturen Höchstwerte von bis zu 33°C, bei weniger als 9 Tagen Niederschlag monatlich und einer Wassertemperatur von bis zu 29°C. Die Temperaturen unterscheiden sich ja Lage an der Küste oder im Inland, bzw. nach der Höhe. Eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 95 Prozent sowie das Tageszeitenklima sorgen somit für ganzjährig hohe Temperaturen. Mehr zum Klima lesen Sie hier.

 Flora & Fauna

Die Flora und Fauner Javas ist äußerst abwechslungsreich. Auf Wanderungen von den Küstenregionen bis auf die hohen Vulkane würde man zunächst entlang der schönen Strände Mangrovenwälder und tropische Regenwaldgebiete passieren und dann in sumpfigen, moorigen Gegenden tosende Wasserfälle, reißende Flüsse sowie ruhige, glasklare Bäche zu passieren. Abgelöst werden diese von etwas trockeneren, savannenähnlichen Regionen und weniger feuchten Wäldern. Am Fuße der Vulkane breiten sich abschließend oft wüstenartige Sandmeere aus, gespickt mit großen Feldbrocken vulkanischen Ursprungs. Dominiert werden diese Höhengegenden jedoch auch von saftig grünen Dschungelarealen. Diese beheimaten exotische Tiere wie Hirsche, Affen, Krokodile, Schlangen, Komodos, Büffel, Tiger und Leoparden. Sogar Meeresschildkröten und Haie können problemlos an den meisten Küsten gesichtet werden.

 Gebirge

Die Sundinsel kann allgemein als recht hügelige Insel vulkanischen Ursprings beschrieben werden. Auf ihr ragen die knapp 40 sowohl aktiven, als auch inaktiven Vulkane empor und spannen so einige überschaubare Gebirgsketten auf. Darunter das Tenggermassiv mit dem Vulkan Semeru und dem Mount Bromo (beides Stratovulkane), das Dieng Plateau mit dem Gunung Prahu und der Ijen-Komplex mit dem Vulkan Ijen, einem Schichtvulkan, genau wie der Merapi, einem der aktivsten und gefährlichsten Vulkane in ganz Indonesien.  

 Menschen 
 Bevölkerung

Mit etwa 130 000 000 Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von ca. 1 000 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Java äußerst dicht besiedelt und die bevölkerungsstärkste Insel Welt. Allein in Jakarta leben rund 10 000 000 Einwohner. Allgemein kann in Java ein Prozess der Verstädterung, bzw. Megapolisierung beobachtet werden, der langfristig zu ernsthaften Problemen führen wird. 

 Gemeinden

Insgesamt lässt dich Java in sechs Provinzen mit eigenen Verwaltungsdistrikten unterteilen: das noch recht junge Banten im Westen, weiter nördlich der Hauptstadtdistrikt Jakarta, angrenzend daran Jawa Barat, ebenfalls im Westen, Jawa Tengah in Zentraljava, die Region um Yogyakarta im Süden und Jawa Timur im Osten der Insel.

 MigrationIn Java gab es insbesondere während der Herrschaft der Niederländer gewaltige Migrationsströme aus China, von denen noch heute gerade in Java Millionen leben. Desweiteren kann der Großteil der Inselbewohner zu den Malaiischen Völkern gezählt werden.
Da Java seit Jahrzehnten mit einer zu starken Bevölkerungskonzentration zu kämpfen hat, wurde 1969 das Transmigrasi-Projekt der indonesischen Regierung gestartet. Dieses staatlich reglementierte Umsiedlungsprogramm gilt heute als gescheitert. Ein allgemeines Abwandern ist auch in den ärmeren Gegenden, wie Madura oder einzelnen umliegenden Inseln erkennbar und verstärkt das Problem der Verstädterung. 
 Sprachen

Die offizielle Amtssprache in Java ist, wie auf den restlichen indonesischen Inseln auch, Bahasa Indonesia, kurzum Indonesisch. Im Wirtschaftssektor greift man auch gern auf Englisch zurück, das generell in den Schulen erlernt wird. Je nach Region haben sich auch andere, weniger stark ausgeprägte Untergruppen der südostasiatischen Sprachfamilien und einzelne Dialekte ausgebildet: in Zentraljava und einigen östlichen Regionen sprechen die Menschen Basa Jawa, also eine spezifisch Javanische Sprache und in der westlichen Inselregion beherrscht Basa Sunda, das Sundanesische, die tägliche Kommunikation.   

 Religion

Der Glauben spielt in Java im alltäglichen Miteinander eine elementare Rolle. Rund 92 Prozent und somit eine eindeutige Mehrheit der Javaner, bekennt sich offiziell zum Islam. Begründet liegt diese Verteilung in historischen Ereignissen des 15./16. Jahrhunderts. Eine Zeit in der es zu einer radikalen Islamisierung der Insel kam. Der Machtwechsel im 19. Jahrhundert führte zu gesellschaftsrelevante Veränderungen: die niederländischen Kolonialherren sandten christliche Missionare nach Indonesien. Nur wenige Gemeinden, vornehmlich im Süden Javas, zeugen noch heute von dieser Zeit.
Trotz der Existenz eines gesetzlichen Erlasses, in eine der fünf großen Hauptreligionen einzutreten, werden insbesondere in ländlichen Regionen verschiedene Formen des Ahnenkultes und animistisch-schamanistische Praktiken vollzogen.  

Regierung 
Offizieller Name

Der offizielle Name der Insel ist Jawa.

Status

Java ist eine der großen Sundainseln der Republik Indonesien, dem größten Inselstaat der Erde. Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde 1945 die Republik ausgerufen und seit 1949 ist sie auch von den Niederländern unabhängig. Auf Java befindet sich zudem Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens und somit das Machtzentrum der Präsidialrepublik. Java selbst ist in sechs Provinzen mit eigenen Verwaltungsdistrikten unterteilt, in die auch die umliegenden, kleinen Inseln eingegliedert wurden: Banten, Jawa Barat, Jakarta, Jawa Tengah, Yogyakarta und Jawa Timur.

Politische Institutionen

Die Präsidialrepublik Indonesien sieht seit seiner Unabhängigkeit eine verfassungsmäßige und verbindliche Gewaltenteilung vor. Nach einschneidenden Veränderungen in der Verfassung im Jahr 2004 und der Verabschiedung des Gesetzes eines „Zweikammernparlaments“ wird der Präsident nun direkt vom Volk gewählt.

Staatsoberhaupt

Staatsoberhaupt ist seit 2004 Präsident Susilo Bambang Yudhoyono. Vizepräsident ist seit 2009 Boediono. 

 
   
Hymne

Die Hymne Indonesia Raya bedeutet übersetzt Großartiges Indonesien. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Wage Rudolf Soepratman komponiert und erst nach der Unabhängigkeit Indonesiens zur Nationalhymne umfunktioniert.

 
Wirtschaft  
Wirtschaftszweige

Indonesien zählt sich zu den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20). In seinem Marktwirtschaftlichen System spielt die Landwirtschaft eine sehr große Rolle. Reis, Rohrzucker, Tee, Kaffee, Kakao und vor allem Palmöl werden in andere Länder exportiert. Java ist berühmt für sein schönes Teakholz, das sie insbesondere in westlichen Industrienationen großer Beliebtheit erfreut. Auch Bodenschätze und Erdgas werden gefördert und weiter verkauft.
Da die Bevölkerung ständig anwächst, fällt es dem indonesischen Staat mitunter recht schwer, entsprechende Rahmenbedingungen für ein effizientes, wirtschaftliches Wachstum zu schaffen. Durch die Hilfe ausländischer Unternehmen werden u.a. die kleinen Wirtschaftunternehmen der Insel geringfügig gefördert.

 
Tourismus

Der Tourismus ist auf Java eine der Haupteinnahmequellen und bietet vielen Javanern die Möglichkeit in diesem Sektor beruflich Fuß zu fassen. Aufgrund der geografischen Gegebenheiten konzentriert sich ein großer Besuchersturm auf die Küstenregionen der Insel und auf die Metropolen, wie Jakarta und Yogyakarta. Gleichwohl reisen auch viele Touristen in die ländlicheren Gegenden des Inselinneren, um die Naturschönheiten der Nationalparks mit ihren imposanten Vulkanen aufzuspüren. 

 
Pro-Kopf-EinkommenDer durchschnittliche Verdienst in Indonesien lag im Jahr 2005 bei geschätzten 1 310 US$ pro Kopf.