Jakarta

File 173Jakarta ist nicht nur die Inselhauptstadt Javas und gleichzeitig eine eigene Provinz unter Gouverneur Fauzi Bowo, sondern auch die Hauptstadt der Indonesischen Republik. Insgesamt umfasst sie mit einer Fläche von knapp 700 km² fünf Verwaltungseinheiten mit diversen Subbezirken und Gemeinden, inklusive der vorgelagerten Inselgruppe Kepulauan Seribu. Sie zählt um die 18 Millionen Einwohner, wobei das Stadtzentrum an sich von weniger als 10 Millionen Menschen bewohnt wird. Zugleich ist Jakarta auch das Landeszentrum für die regionale, wie überregionale Wirtschaft, Politik sowie Kultur und damit ein Schmelztiegel für verschiedene Nationalitäten, deren Sitten und Bräuche.

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In der Vergangenheit war sie Knotenpunkt des frühen Handels unter den Portugiesen und den späteren Kolonialherren der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Bereits Jahrhunderte zuvor musste sich das Gebiet des hinduistischen Pajajaran Reiches gegen die mächtigen Majapahit behaupten. Nachdem Dutzende Chinesen im Zuge der kolonialen Herrschaft Java immer dichter besiedelten, kam es Mitte des 18. Jahrhunderts zu zahlreichen Pogromen, denen ein Großteil der zugewanderten Ostasiaten zum Opfer fiel. Auch Jakarta war Schauplatz dieses dunklen Kapitels der Inselgeschichte. Die Niederländer machten Jakarta zum Zentrum ihrer Macht und nannten die Stadt fortan Batavia. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte sich Indonesien und somit auch Jakarta von den Niederländern und den japanischen Besatzungsmächten letztendlich lossagen. Am 17. August 1945 rief Präsident Sukarno die Unabhängigkeit der Republik Indonesien aus und 1959 wurde Jakarta offiziell zur Hauptstadt ernannt. In welchem Tempo die Stadt gewachsen ist wird deutlich, wenn man das Ausmaß der Übervölkerung in den Slums und armen Stadtrandgebieten sieht. Eine hohe Kriminalitätsrate, Arbeitslosigkeit und Umweltverschmutzung sind die logische Konsequenz der Verstädterung im Zuge der ansteigenden Abwanderung der Menschen aus den ländlichen Gegenden.

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Ungeachtet dessen finden wir im heutigen Jakarta auch eine ausgesprochen reichhaltige Kultur. Darunter Elemente aus der Betawi-Tradition mit eigener Musik, Tanz und Bühnenshow. Die Portugiesen und Niederländern hingegen hinterließen Spuren, die ganz klar auf einen europäischen Einfluss zurück zu führen sind und nicht nur in der Architektur der kolonialen Zeit sichtbar werden. In Theatern werden allabendlich traditionell javanische Stücke aufgeführt und von der inseltypischen 

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Gamelan-Musik begleitet. Sie findet auch auf den zahlreichen Straßenfeste Jakartas zu Ehren nationaler Feiertage oder Religiöser Feste Gehör. Speziell die Aufführungen mit den Wayangs, den bunten Stabpuppen, haben eine lange Tradition in Jakarta. Das Schattenspiel Museum auf dem alten Rathausplatz entführt Sie in die Welt dieser Puppen, die ihrer ganz eigenen Geschichten zu erzählen haben. Lohnenswert ist auch der Besuch eines der anderen Sammlungen in unmittelbarer Nähe des schönen Unabhängigkeitsplatzes mit seinem Monas-Turm. Das Historische Museum beispielsweise verspricht einen ausführlichen Einblick in die Vergangenheit Jakartas, genau wie das Nationalmuseum, in dem u.a. die künstlerischen Güter Javas ausgestellt sind. Kaum zu übersehen ist die Istiqlal-Moschee mit ihrem weißen Marmor. Sie bietet Platz für rund 120 000 Muslime und wird damit lediglich von der Moschee in Istanbul übertroffen.

Gönnen Sie sich nach einer anstrengenden Sightseeing-Tour eine Pause in den herrlich grünen Parkanlagen, die weitaus mehr zu bieten haben als Ruhe. Im Taman Impian Jaya Ancol lädt das große Aquarium dazu ein, die einheimische Unterwasserwelt näher kennen zu lernen. Genießen Sie im Anschluss die nationalen und internationalen Gerichte in einem der Restaurants der Stadt und lassen Sie den Abend in Jakartas schrillen Bars ausklingen.

Von der Hauptstadt aus kann via Bus, Bahn, Auto, Boot oder Flugzeug weiter gereist werden. Informieren Sie sich vorab in einem seriösen Touristenbüro über die günstigsten Alternativen.